Demenzbetreuung im Pflegezentrum St. Kilian in Esterwegen

Das bereits im Oktober 2002 eröffnete Pflegezentrum St. Kilian spezialisiert sich immer mehr im Bereich der Demenzbetreuung und -pflege.

Nach der Definition der "Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders" (DSM-IV, 1994) der American Psychiatric Association (APA) ist die Demenz ein Syndrom, das mit organischen Veränderungen des Gehirns zusammenhängt. Häufigstes Demenzsyndrom ist u.a. die Alzheimer-Demenz. Dabei kommt es zu einem Absterben und zur Schrumpfung im Bereich der Nervenzellen bestimmter Gehirnregionen. Der Anteil der Alzheimer-Krankheit an primären Demenzsyndromen beträgt ca. 60%.

Unser Ansatz zur Demenzpflege

Um den Bewohnern im jeweiligen Krankheitsverlauf der Demenz sowohl pflegerisch als auch therapeutisch gerecht zu werden und eine angemessene Versorgung und Betreuung zu garantieren, bietet das Pflegezentrum St. Kilian einen Wohn-Pflegebereich speziell für dieses Krankheitsbild an. Es werden hier Menschen aufgenommen, die an Demenz erkrankt sind. Diese Menschen sind meist nicht mehr in der Lage, ihren Alltag selbständig zu bewerkstelligen. Unser Ziel ist die Mitwirkung an einer gesicherten Diagnosestellung der an Demenz erkrankten Bewohner. Hierbei unterstützt uns ein Facharzt, der regelmäßig konsiliarärztliche Visiten in der Einrichtung durchführt und ihre Empfehlungen an die behandelnden Hausärzte weitergibt.

Einen dementen, verwirrten Menschen zu betreuen heißt, mit ihm und seinen Besonderheiten zu leben und seinen Alltag entsprechend zu gestalten.

Ziel der ganzheitlichen Betreuung im Pflegezentrum St. Kilian in Esterwegen ist es, dem demenzkranken Bewohner die Teilnahme am Leben innerhalb der Einrichtung sowie am allgemeinen gesellschaftlichen Leben entsprechend seinen Fähigkeiten, Fertigkeiten und Ressourcen zu ermöglichen.

Zur Erhaltung der Lebensqualität beitragen

Durch die gelebte Haltung aller Mitarbeiter in der Betreuung und im Umgang insbesondere mit erkrankten Bewohnern versuchen wir zur Erhaltung der Lebensqualität jedes Bewohners beizutragen. Wir nehmen uns der Bewohner mit ihrer Individualität an, und gestalten unsere Arbeit so, dass der Bewohner sich bei uns "wie zu Hause" fühlen kann. Hierzu kann jedes Bewohnerzimmer mit eigenen Möbelstücken, Bildern und Accessoires ausgestattet werden.

Die Maßnahmen und Ziele der stimulierenden, aktivierenden Pflege stehen dabei für uns im Vordergrund aller pflegerischen Bemühungen, wir arbeiten nach dem Pflegemodell von Monika Krohwinkel (Professorin für Pflegewissenschaften), angepasst auf unsere Einrichtung.

Auf den Demenzpatienten abgestimmte Tagesgestaltung

Schwerpunkt der ganzheitlichen Betreuung dementer Bewohner ist die Stimulierung der Sinne. Über diesen Weg verschaffen wir uns den Zugang zum Bewohner, der seine kognitiven Fähigkeiten verloren hat, und eröffnen uns so seinen jetzigen Lebensraum. Die fünf Sinne werden durch gezielte Maßnahmen stimuliert, um so eine Brücke zu noch vorhandenen "verschütteten" Fähigkeiten (bspw. Das Umrühren mit dem Löffel in der Kaffeetasse) zu erreichen.

Grundsätzlich sollte die Gestaltung des Tages unter aktivierenden Aspekten den Bewohnern die Chance für eine ruhige Nacht bieten. Zur Tagesgestaltung sind eigens zwei Mitarbeiter für den begleitenden und beschäftigungstherapeutischen Dienst eingesetzt. Die Aktionshöhepunkte von dementen Bewohnern liegen um die Zeit des Sonnenuntergangs. Neben verkürzten Schlafphasen sind Unruhezustände und ständiger Bewegungsdrang oft in einem Problemfeld anzusiedeln. Zur Verbesserung der Lebensqualität der Bewohner wurde eigens ein so genanntes "Nachtcafé" eingerichtet. Abendliche Wandertendenzen werden hier mit leichter Gymnastik oder auch Aktivitäten wie Gesellschaftsspiele oder Gehirnleistungstraining "gelenkt". Hiermit wird gezielt auf die Nacht eingestimmt und es kann ein Übergang für die Bewohner geschaffen werden.